Wasserachterbahn Dønnervind im Freizeitpark Plohn während des ersten Launchs, bei dem das Boot durch das Wasser fegt und eine druckvolle Welle auslöst

Review: Freizeitpark Plohn eröffnet weltweit ersten Launched Water-Coaster Dønnervind

Zwei wesentliche Aspekte, die eine Freizeitpark-Neuheit für mich besonders interessant machen, sind Innovation und Andersartigkeit. Wenn also Hersteller neue, außergewöhnliche Konzepte entwickeln und Parks den Mut beweisen, den entsprechenden Prototypen zu realisieren. Genau so war es auch beim kürzlich eröffneten „Dønnervind“ im Freizeitpark Plohn – und ich konnte die Anlage ausgiebig testen. Mein Review.

Hinweis Sponsored Content: Ich bedanke mich herzlich beim Freizeitpark Plohn für die Einladung zum Premiere-Event der Achterbahn. Aufgrund der Einladung muss dieser Artikel als ‚gesponsert‘ markiert sein. Das wirkt sich jedoch nicht auf den Wahrheitsgehalt des Reviews aus. Alle enthaltenen Argumente und Inhalte entsprechen zu einhundert Prozent meiner persönlichen Sicht.

Ein Bild einer Projektion während der Pressekonferenz der Wasserachterbahn  Dønnervind im Freizeitpark Plohn

Auf den Spuren eines außergewöhnlichen Sturms

Eine abgelegene Seenlandschaft hoch im Norden. Schon seit einigen Tagen streifen wir hier umher, suchend nach einem ungewöhnlichen Wetterphänomen, das sich hier schon zu Zeiten Midgards zugetragen haben soll. Die Rede ist vom ‚Dønnervind‘, der sich göttlichen Ursprungs aus stillen Wassern erhebt, doch ungleich eines Orkans ist, wie man ihn kennt.

Ursprünglich soll Thor selbst den ‚Dønnervind‘ ausgelöst haben, als ein Drache Asgard bedrohte und der zornige Gott seinen Hammer auf die Wasseroberfläche schlug. Wie aus dem Nichts brachte er damit tosende Wellen, zuckende Blitze und donnernde Himmelstore, die sich ebenso schnell wie sie aufkamen auch wieder legen. Wer sich ganzen Mutes dem grollenden Naturschauspiel stellt, so ist es überliefert, soll eine Fahrt zwischen Himmel und Hölle erleben.  

Wir wollen das Schauspiel erleben. Und als wir am Ufer eines Sees ein verlassenes Bootshaus finden, scheint es, als seien wir dem ‚Dønnervind‘ auf der Spur. In dem Haus ist es schummrig. Überall finden sich Relikte aus vergangenen Wikingerzeiten.

Wir gehen eine Treppe hinunter, da stoßen wir auf den größten Fundus. Ein altes Drachenboot. In Ehrfurcht und Faszination setzen wir uns hinein und plötzlich tut sich etwas. Das Boot setzt sich in Bewegung und bleibt stehen, wo man die Boote früher wohl zu Wasser ließ. „Stellt euch dem ‚Dønnervind‘!“, schallt es wie von Thor persönlich.

Plötzlich zucken Blitze über uns. Und dann wird unser Boot von einem Windstoß gepackt. Die Böe treibt uns mit Wucht ins Wasser und lässt uns nicht mehr los. Gerade als wir ins Wasser hineinklatschen, verwandelt sich die vorhin noch so friedliche Seeszenerie in ein Meer aus aufgeschäumten Wogen, über die wir nach links, nach rechts hinweggleiten.

Der ‚Dønnervind‘ ist entfesselt.
Und wir sind mittendrin.

Wasserachterbahn mit mehreren LIM-Katapultstarts und drei Splashes

  • 👍🏻 Empfohlene Attraktion 👍🏻
  • ★ Weltneuheit ★
  • Ideal für Familien & Kinder
  • Eröffnet am 19.06.2026
  • Wasserachterbahn mit Katapultstarts
  • Entwickelt von Mack Rides
  • Geschwindigkeit: 53 km/h
  • Höhe: 10 m
  • Länge: 535 m
  • Keine Inversionen
  • Zwei Launches teils im Wasser
  • Kids dürfen ab 110 cm mitfahren (*)

(*) Bis 130 cm Körpergröße müssen Kinder von einer erwachsenen Person begleitet werden. Außerdem müssen Kinder mindestens 4 Jahre alt sein.

Ein Boot von der Wasserachterbahn Dønnervind im Freizeitpark Plohn in der quergeneigten Kurve

Am 19. Juni 2026 hat der Freizeitpark Plohn anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums eine der interessantesten Achterbahnneuheiten des Jahres eröffnet. „Dønnervind“ ist der Prototyp einer Weltneuheit: Eine Wasserachterbahn des Herstellers Mack Rides, die erstmals mit Linear-Induktions-Motoren ins Wasser und aus dem Wasser heraus gelauncht wird. Das Prinzip einer Wasserachterbahn wurde damit um ein besonderes Merkmal erweitert, das es so weltweit noch nicht gegeben hat. Und Spoiler: Diese Launches haben durchaus Schmackes, sind stärker als erwartet.

„Dønnervind“ beschleunigt auf bis zu 53 Kilometer pro Stunde, ist bis zu 10 Meter hoch und 535 Meter lang. Schon beim ersten der insgesamt zwei Abschüsse klatscht das Boot einmal ordentlich ins Wasser. Hinzu kommen zwei dicke Splashes, einmal in der Mitte des Layouts und einmal am Ende. Die Achterbahnparts zwischendrin warten mit zahlreichen kleinen Hügeln, Kurven und Richtungswechseln auf. Einige der Kurven sind recht stark zur Seite geneigt und werden auffallend langsam durchfahren, sodass man eine Art seitliche Hangtime erlebt.

Und dann gibt es auch noch die sogenannte „High-Five-Zone“ mit zwei parallel verlaufenden und quer einander zugeneigten Hügeln. Wenn alles klappt und sich zwei Boote genau hier entgegenkommend treffen, scheint es, als könnte man den Leuten im anderen Boot ein High-Five geben.

Größtes Wagnis in der Geschichte des Freizeitparks Plohn

Wasserachterbahn Dønnervind im Freizeitpark Plohn beim ersten Splash mit tosendem Nass

Für den im Vogtland gelegenen Freizeitpark Plohn ist „Dønnervind“ die größte Einzelinvestition der Parkgeschichte. Rund 13 Millionen Euro sind nach offiziellen Presseinformationen in die Anlage geflossen, etwas mehr als die ursprünglich angesetzten 11,5 Millionen Euro. Dabei wurde ein Teil der Investition mit bereitgestellten Fördermitteln des Bundeslands Sachsen gestemmt.

Power-Splash von Mack war attraktiv aber überdimensioniert

Dass die neue Attraktion im Bereich des Sees entstehen sollte, war schon früh klar. Außerdem suchte man gezielt nach einer Attraktion mit Abschusstechnologie, da sowas im Portfolio noch fehlte. Als die Inhaberfamilie Völkel dann den Walibi-Freizeitpark in Belgien besuchte und sich einen Eindruck vom dortigen Power-Splash „Pulsar“ machte, war man zwar sofort vom Prinzip einer mit LSM-Technologie beschleunigten Wasserbahn überzeugt, doch kam zum Schluss, dass so eine Anlage für den Freizeitpark Plohn zu krass wäre, weil überdimensioniert und ZU viel Thrill.

Die Familie wandte sich daraufhin an den verantwortlichen Hersteller Mack Rides, mit dem Plohn ohnehin eine enge Bindung hat, und fragte, ob man so einen Power-Splash auch in kleiner bekommen könnte. Die Antwort lautete: „Leider nicht, aber wir arbeiten da an etwas.“

Die Geschichte nahm dann während der IAAPA Expo Europe 2024 in Wien ihren Lauf. Familie Völkel besuchte auf der Messe den Stand von Mack Rides und bekam hinter den Kulissen das neu entwickelte Konzept des Launched Water-Coasters präsentiert. Das Konzept beinhaltete eine Wasserachterbahn, wie Mack sie schon über ein Dutzend Mal gebaut hat, erstmals als „Poseidon“ im Europa-Park, aber eben mit dem neuen Abschuss-Merkmal. In diesem Moment soll klar gewesen sein, dass genau so eine Anlage familiengerecht in Plohn gebaut werden würde. Und jetzt zwei Jahre später feierte der Park die Eröffnung von „Dønnervind“.

Review: Wie ist „Dønnervind“?

Wasserachterbahn Dønnervind im Freizeitpark Plohn bei einer Kurvenpassage

Während der Pressekonferenz zur Eröffnung von „Dønnervind“ betonte der anwesende Roland Mack, Inhaber des Europa-Parks und Mack Rides, dass das, was die Menschen glücklich macht, nicht immer das sei, das auf den Titelseiten steht. Und in einer Weise hat er recht. „Dønnervind“ hat aufgrund des ausgeprägten Innovationswerts und aufgrund des Wagnisses, das der Freizeitpark Plohn eingegangen ist, zwar durchaus auch die Titelseite verdient. Was aber die Bahn an sich angeht, steht statt der Sensationen der Spaßfaktor im Mittelpunkt.

Großer Spaßfaktor trotz überschaubarer Dimensionen

Wasserachterbahn Dønnervind im Freizeitpark Plohn während des High-Five-Elements

„Dønnervind“ ist nicht besonders hoch, nicht besonders rasant und hat keine waghalsigen Elemente. Aber: Er macht selbst bei zehn Runden, wie wir sie gefahren sind, eine Menge Spaß.

  • Die beiden Launches haben unerwartet viel Wumms.
  • Die beiden Achterbahnparts sind für einen Water-Coaster mit solch wuchtigen Schienen erstaunlich wendig und spielen mit einer mal anderen Charakteristik: Viele sanfte Lateralkräfte und seitliche Hangtime.
  • Das Fahrverhalten ist prima.
  • Die beiden Splashes haben den idealen Nässegrad – nicht zu viel und nicht zu wenig. So ist die Bahn auch an Tagen, an denen es nicht wie bei der Eröffnung über 30° C hat, ein schönes Erlebnis.

Umso runder wird es noch, wenn das nachfolgende Boot schnell genug beladen werden konnte und der „High-Five-Moment“ tatsächlich aufgeht. Bei der ein oder anderen Fahrt hat es geklappt. Oder besonders witzig wird es – so ebenfalls erlebt – wenn das nächste Boot ein paar Sekunden zu spät dran ist und man dessen Gischt abbekommt, während es auf dem ersten Launch durchs Wasser pfeffert.

Kritik habe ich persönlich kaum welche. Lediglich der Einstieg in die Boote beziehungsweise der Ausstieg gestaltet sich mangels Stufe, Licht und wegen der Taschenmitnahme etwas zäh. Und: Ich hätte mich gefreut, hätte Mack bei dieser Neuauflage des Water-Coasters auch das Bügelsystem überarbeitet, ähnlich vielleicht, wie es bei den Powered-Coastern passiert ist. Ansonsten sehe ich in „Dønnervind“ aber einen wirklich gelungenen – familiengerechten (!) – Prototypen mit interessanter Fahrcharakteristik, der auch nicht zwingend hätte schneller sein müssen.

Viel Liebe zum Detail und zu nordischen Legenden

Thematisierungsdetail bei der Wasserachterbahn Dønnervind im Freizeitpark Plohn – Skelett eines Drachen, der einst den Zorn Thors erweckte, der daraufhin den Dønnervind entfachte

Ebenso positiv fällt auch die Thematisierung auf. Die Ursprungsgeschichte rund um einen Asgard bedrohenden Drachen sowie um Thor, der zornig seinen Hammer aufs Wasser knallt und damit den ‚Dønnervind‘ auslöst, ist stimmig. Projektionsgestützte Erzählungen im schummrig gehaltenen Bootshaus lassen Gäste in diese Geschichte eintauchen.

Davon ab ist der gesamte Bereich von hübsch designten Objekten gesäumt, die das Setting einer nordischen Legende abrunden: darunter ein Skelett des Drachens inmitten der Schienen, ein Drachenboot mit Segelaufbau sowie zahlreiche Felsen, Runen, Malereien, Wikingerhelme, Schilde und Thors Hammer. Auch die Warteschlange ist mit der langgezogenen Holzbrücke quer über den See und den zweiten Launch sowie mit dem atmosphärisch-detailreichen Bootshaus sehr gelungen. Ein Soundtrack von IMAscore, der unweigerlich an nordische Legenden erinnert, verstärkt die Atmosphäre.

Man kann definitiv sagen, dass der Freizeitpark Plohn wie auch schon bei seinen letzten Neuheiten auch hier wieder seine ganze Liebe zum Detail hat walten lassen. Und auch die bis dato noch nackte Betonfläche beim finalen Splash wird sicherlich noch belebt werden.

Empfohlen vom Achterbahnreporter!

Wasserachterbahn Dønnervind beim zweiten Splash: Das Boot klatscht in Wasser und verursacht eine große Welle

Unterm Strich ist „Dønnervind“ eine sehr gelungene Erweiterung für den Freizeitpark Plohn. Man darf natürlich nicht, nur weil hier jetzt Launches verbaut sind, die rasante Thrill-Sensation erwarten. Davon ist „Dønnervind“ weit entfernt (und generell sind Water-Coaster nie thrillig gewesen). Was man erwarten darf, ist eine innovative Wasserattraktion, die einfach schön und witzig und spaßig ist. Bei der man Lust hat, mehrere Runden zu drehen, und die darüber hinaus auch im Gesamtbild klasse aussieht.

Als neues zusätzliches Erlebnis im Freizeitpark Plohn bringt „Dønnervind“ umso mehr Abwechslung in den Tagesbesuch – mal in eine ganz andere Richtung. Ich bin mir sicher, dass die Anlage auch unabhängig von der „Weltneuheit“ das Potenzial hat, die Besuchszahlen von Gästen aus der Region zu steigern. Und für alle, die noch nie im Freizeitpark Plohn waren, steht da jetzt ein weiterer sehr guter Grund, den Freizeitpark im Vogtland mal (wieder) auf die Liste zu setzen.

Fazit: Empfohlen vom Achterbahnreporter!
Congrats an Freizeitpark Plohn.

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Eike der Achterbahnreporter im Hansapark mit Kamera

Moin, ich bin Eike, der Achterbahnreporter. Seit über 3 Jahren reise ich quer durch Deutschland und Europa, um die besten Freizeitparks und ihre Achterbahnen und Attraktionen zu entdecken. Ich entdecke und berichte – du liest und entdeckst.
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