Bei den „Schaurigen Altweibernächten“ bekommt der seit jeher schwäbisch-authentische Charakter vom Erlebnispark Tripsdrill einen gruseligen Twist. Ich habe das Event erstmals besucht. Mein Review.
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Hinweis: Gesponserter Inhalt. Ich wurde vom Erlebnispark Tripsdrill eingeladen, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanke. Aufgrund der Einladung muss dieser Inhalt als gesponsert gekennzeichnet werden. Das Review und die Aussagen darin sind jedoch ausdrücklich nicht geschönt. Sie spiegeln meine 100 % ehrliche Meinung wider.

Zwischen Erntedank und Gruselstunden
17:48 Uhr.
Die Sonne steht schon tief.
Und während ich gemächlich zum Ausgang des Erlebnispark Tripsdrill laufe, wird die Szenerie aus freundlich-bunten Erntewagen, leuchtenden Kürbissen und der ästhetisch gebogenen Stahlschiene von „Hals über Kopf“ in herrlich warmes Licht getaucht. Die liebevollen Herbstdetails begleiten bis zum Schluss.
Wobei…
Schluss ist noch längst nicht. Wir Gäste verlassen zwar für einen Moment den Park, werden uns draußen auf dem Parkplatz aber wieder anstellen. Denn sogleich wird der „Altweibersommer“ von den „Schaurigen Altweibernächten“ abgelöst. Das heißt: Der Flair von Erntedank geht in abendliche Gruselstunden über.
Mitarbeiter des Parks fangen an, die Leute wieder reinzulassen.
Es ist dasselbe Eingangstor, aber ein anderes Programm.
Auf direktem Wege und in Windeseile geht es durch in den hinteren Parkbereich, da wo „Karacho“, „Mammut“ und die „G’sengte Sau“ zu finden sind. Doch die Fahrten kommen erst später. Zuerst steht eine Maze auf dem Programm: „Klapsmühle“, neu 2025.
Von außen ist die „Klapsmühle“ bloß ein weißes, temporär aufgebautes Festzelt. Lediglich ein einfaches Eingangsportal mit der Aufschrift „Sanatorium“ weist in Verbindung mit dem Namen der Maze darauf hin, was sich wohl drinnen abspielt. Und ich werde richtig liegen:
Es ist nichts Festliches…

Jahrelange Zusammenarbeit mit MaisMaze e.V.
Schönwetter im Oktober ist der perfekte Anlass, um den Erlebnispark Tripsdrill zu besuchen. Es ist die Zeit im Jahr, in der sich der Freizeitpark besonders leuchtend, stimmungsvoll und atmosphärisch zeigt, gar einfach zum Spazierengehen einlädt. Und wenn man das an einem der zwei Wochenenden vor Halloween macht, gibt’s noch eine ganze Portion Programm mehr.
Schon seit 2014 veranstaltet der Erlebnispark Tripsdrill die „Schaurigen Altweibernächte“. Und in den seither 11 Jahren haben sich die „Altweibernächte“ zu einem äußerst beliebten Gruselevent gemausert, das inzwischen sogar überregional bekannt ist.
Tripsdrill arbeitet mit dem gemeinnützigen MaisMaze e.V. zusammen – ein Schauspielverein aus Leonberg, der aus einer spontanen Gruselaktion heraus entstand. An einem lauwarmen Septemberabend im Jahr 2007 trafen sich fünf Freunde aus Baden-Württemberg in einem Maislabyrinth bei Stuttgart. Mit dabei hatten sie Halloween-Kostüme und eine Nebelmaschine und brachten damit Spuk ins Spiel.
Die schaurige Nummer fand bei den anderen Besucherinnen und Besuchern des Labyrinths wie auch bei der Inhaberfamilie großen Anklang. Und so entstand über mehrere Jahre hinweg erstens das größte Grusellabyrinth Deutschlands in einem Maisfeld sowie zweitens der MaisMaze-Verein mit noch weit mehr Mitgliedern als den fünf Freunden.
Heute besteht der MaisMaze e.V. aus über 80 gruselbegeisterten Mitgliedern, die eigenständig ihre Horrorkulissen bauen, diese technisch ausstatten und dann in schaurige, aufwendig kostümierte Rollen schlüpfen, um die Kulissen zu bespielen. Eben auch alljährlich bei den „Schaurigen Altweibernächten“ im Erlebnispark Tripsdrill.

Was bieten die „Schaurigen Altweibernächte“?
- „Klapsmühle“: Das altehrwürdige „Mühlbach“-Sanatorium am Fuße des Michaelsbergs hatte schon einmal bessere Tage. Einst kamen Menschen hierher, um gesund zu werden. Doch heute verstecken sich hinter den Türen der Behandlungszimmer böse Geheimnisse. Es scheint so, als seien nicht alle Patienten wieder herausgekommen.
- „Mit allen Wassern gewaschen“: Seit Anbeginn der Zeit wünscht sich die Menschheit ewige Jugend. Wie gut also, dass man in einem antiken Badetempel bei Tripsdrill den sagenumwobenen Jungbrunnen gefunden haben will. Doch wer hat gesagt, dass man danach noch derselbe ist, der man vorher war?
- „Unter die Haut“: Eine Schneiderin, gepackt vom Wahn des Perfektionismus? Hört sich erst einmal nicht tragisch an. Doch wenn man erst mal herausfindet, was diese Schneiderin schneidert, wird man erfahren, dass es in dieser Maze regelrecht um die eigene Haut geht.
- „Endstation“: Ein letztes Mal fährt der Schwabenexpress in Richtung Schwarzwald. Und ähnlich wie bei „Mord im Orientexpress“ tragen sich in den engen Gängen des Zuges düster-mysteriöse Dinge zu.
Bei den „Schaurigen Altweibernächten“ sind regulär vier Attraktionen und ein Indoor-Spielebereich geöffnet.
- Achterbahn „Karacho“
- Familienachterbahn „G‘sengte Sau“
- Holzachterbahn „Mammut“
- Fahrattraktion „Heißer Ofen“
- Zusätzlich ist der Spielebereich „Gaudi-Viertel“ für die Kleinen geöffnet
- Eine langgezogene Scare Zone entlang der Holzachterbahn „Mammut“ mit vielen Darstellerinnen und Darstellern (und vieeeeel Nebel)
- „Schwof bei Nacht“ mit Live-DJ, Bier-, Wein- und Cocktailverkauf
- Parkeigene Gastronomie bei „Karacho“ und Wildwasserbahn
- Illuminierte Fontänenshow beim „Pumpwerk“
Meinung: Lohnen sich die „Schaurigen Altweibernächte“?
Die „Schaurigen Altweibernächte“ werden als eigenständiges Event angeboten. Man kann auch ohne den Tripsdrill-Tageseintritt erst um 18:30 kommen und hat das volle Programm mit allen Mazes für nur 26 €. Wer den Blitz-Pass nimmt, der jeweils einmaligen Schnellzugang zu den Mazes bietet, zahlt 46 €.
Rein preislich ist das absolut fair. Und dafür darf man insgesamt ein schaurig-schönes Event erwarten, das in vielen Punkten überzeugt und definitiv empfehlenswert ist. (Ich nehme jedoch vorweg: Nimm lieber den Blitz-Pass statt das normale Eintrittsticket – mehr dazu weiter unten bei den „Altweibernächte“-Tipps.)
In den Mazes spürt man die Vereinspassion
Normalerweise spielt es keine Rolle, ob Mazes nun vom Freizeitpark selbst auf die Beine gestellt werden oder ob da – ähnlich wie mit der Boo Crew im Heide-Park – ein externer Verein dahintersteht. Beides schafft großartige Erlebnisse. In diesem Fall war der MaisMaze e.V. aber doch herausragend. Man hat gemerkt, dass hinter den Erlebnissen eine Organisation aus Leuten steht, die offenbar sehr viel Spaß an dem haben, was sie tun, und keine Mühen scheuen.
Von außen sind zumindest drei der vier Mazes einfach nur ein weißes Festzelt mit einem zweckmäßigen Eingangsportal. Drinnen aber spürt man die Vereinspassion. Toll gestaltet, klassische wie auch kreative Scares und vor allem sehr motivierte Darstellerinnen und Darsteller.
„Klapsmühle“ hat mir am besten gefallen, weil man hier im Vergleich zu den anderen drei Mazes noch einmal mehr aufgefahren hat: Es gab anfangs noch ein wenig Interaktion und Story, die Dichte an teilweise auch kleinen, kreativen Scares war super, die Gestaltung der Maze hat überzeugt und die Schauspielerinnen und Schauspieler haben die Räume einfach gut bespielt. Man hat ihnen den Spaß ganz klar angemerkt. Auch bei „Endstation“ – die Maze mit Schnell-Scares – fiel mir das auf.
Ebenfalls positiv war „Unter die Haut“, wo – auch mal was anderes – die gewöhnliche Warteschlange vom „Waschzuber Rafting“ genutzt wird. Am Ende der Maze läuft man einfach an den Booten vorbei über das Stationsförderband.
Wenn man sich tagsüber für die Attraktion anstellt, ahnt man gar nicht, wie gut sich die Kulisse für den abendlichen Schrecken eignet. (Außerdem bedeutet das natürlich auch, dass man nach Attraktionsschluss in Windeseile dekorieren und aufbauen muss, um ab 18:30 dann bereit zu sein – Respekt dafür.)
Der Verein liefert auf jeden Fall, was er verspricht.

100 % authentischer Tripsdrill-Style
Tripsdrill zeichnet sich seit jeher durch schwäbisch-authentische Eigenheiten sowie ausgeprägten Humor und Selbstironie aus. Davor wird auch bei den „Schaurigen Altweibernächten“ kein Halt gemacht.
- Die Maze „Endstation“ greift einmal mehr ‚de schwäbsche Eisebahne‘ auf – ebenso wie die Achterbahn „Volldampf“.
- Bei der Maze „Mit allen Wassern gewaschen“ bekommt der sagenumwobene Jungbrunnen, der schon bei der benachbarten Wildwasserbahn erkundet wird, einen schaurigen Twist.
- In der Scare Zone knüpfen alle Charaktere an das Oberthema „Land und Leute“ an, von Hofwahnsinnigen mit Kettensägen bis hin zu lebendgewordenen Vogelscheuchen. Passt super!
- Und auch der „Schwof bei Nacht“ mit DJ und lockerer Tanzmusik ist Schwaben pur.
Ich mag es, wie Tripsdrill immer wieder die regionalen und traditionellen Wurzeln in das einbezieht, was im Park passiert. Genau das zeichnet den Freizeitpark aber eben auch die „Altweibernächte“ aus.
„Altweibernächte“ sind ein Event für das breite Publikum
Als ich gerade aus einer der Mazes kam, sprachen mich zwei Mädels an, wie schlimm sie sei. Und ich antwortete, was ich nun für alle Mazes antworten würde: Es ist nicht wirklich schlimm. Die „Schaurigen Altweibernächte“ sind tatsächlich eher schaurig-schön und nicht das „Schwäbische Alptraumspektakel“ oder die „Tripsdriller Terrorstunden“.
MaisMaze e.V. arbeitet zwar mit ein paar wenigen Jumpscares, mit viel Enge und Strobo sowie mit intensiven Szenarien und Kostümen. Aber dennoch sind die Mazes nicht düster, fies oder brutal, sondern unterm Strich doch auf Spaß und wohle Schauer ausgerichtet. Einzig von „Endstation“ würde ich abraten, wenn man SEHR schreckhaft ist. Alles andere geht aus meiner Sicht total in Ordnung.
Außerdem kann man bei den „Altweibernächten“ auch ohne das Gruseln Spaß haben: Vier Attraktionen, Live-DJ und Gastro sind ausreichend Rahmenprogramm auch für diejenigen, die absolut keine Gruselfans sind oder nur geringe Portionen davon wollen.
Super Chance für Nachtfahrten und Flächenkonzentration
Lange Öffnungszeiten bringen selbstredend immer auch die Chance mit, Achterbahnen und Attraktionen lange nach Sonnenuntergang zu erleben. Beim Erlebnispark Tripsdrill sind die „Schaurigen Altweibernächte“ die einzige Chance im Jahr, um das zu tun. Und auf „Karacho“ durch die Dunkelheit zu heizen, während die Schienen leicht illuminiert sind, ist schon noch mal ein Erlebnis der Extraklasse – auch von außen.
Was ich ebenfalls mochte, ist, dass das Event auf einen überschaubaren Bereich konzentriert ist. Normalerweise wird bei solchen Halloween-Events der gesamte Park offengelassen. Bei Tripsdrill wäre es aufgrund des weitläufigen und verwinkelten Parkgeländes aber eine enorme Herausforderung, wirkliche Grusel- und Eventstimmung zu erzeugen. Und auch, wenn eben nur eine Handvoll Achterbahnen und Attraktionen in Betrieb sind: die „Schaurigen Altweibernächte“ sind rund.

Tipps für dein bestes „Altweibernächte“-Erlebnis
- Alle Mazes geplant? Auf JEDEN Fall Blitz-Pass nehmen: Da die „Schaurigen Altweibernächte“ beliebt sind, sich aber nur auf zwei Freitage und zwei Samstage aufteilen, herrschen hohe reguläre Wartezeiten – auch bei den Mazes, weil diese ohne etwaige Zeitslots wie Attraktionen behandelt werden. Wer alles schaffen möchte, also sowohl Mazes als auch Achterbahnen, braucht in jedem Fall den Blitz-Pass. Der macht den Abend deutlich entspannter.
- Warm und witterungsfest anziehen: Ich weiß nicht, ob es einfach nur die Tageswitterung war oder ob das was Regionales ist, aber abends wurde es auf einmal wirklich kalt und auch leicht feucht. Da man für die Mazes draußen in nicht überdachten Zick-Zack-Linien ansteht und eben auch viel steht und nicht läuft, sollte man sich für die „Altweibernächte“ unbedingt entsprechend warm und witterungsfest anziehen und dabei auch an die Füße denken.
- Clever sein und umparken: Wer schon tagsüber im Erlebnispark Tripsdrill ist, parkt wegen des Andrangs wahrscheinlich auf dem Ausweichparkplatz. Der ist nachts, wenn die „Altweibernächte“ zu Ende gehen, erstens weit weg und zweitens stockduster. Man kann die halbe Stunde zwischen Parkschließung und Beginn der „Altweibernächte“ gut dazu nutzen, das Auto umzuparken und sich auf den Hauptparkplatz zu stellen.
- Neuheiten sind besonders beliebt: Die „Schaurigen Altweibernächte“ sind ein eher regionales Event mit wiederkehrenden Gästen. Heißt: Was die Leute noch nicht kennen, frequentieren sie besonders stark. Dieses Jahr war „Klapsmühle“ neu und hatte erheblich längere Wartezeiten als die anderen Mazes. Ich empfehle daher, idealerweise unter den Ersten zu sein, die wieder in den Park gehen, und dann auch gleich die entsprechenden Neuheiten anzusteuern. (Es sei denn, du hast den Blitz-Pass, dann ist es egal.)

Empfohlen vom Achterbahnreporter
In der Landschaft der Oktober- und Grusel-Specials sind die „Schaurigen Altweibernächte“ eins der inzwischen bekannteren Events. Gerade im regionalen und leicht überregionalen Einzugsgebiet sind sie zweifelsohne zu empfehlen, vor allem, weil man auch nur das Event abends besuchen kann und dafür wirklich nicht viel bezahlt.
Aber auch für Fans, Thoosies und Neugierige, die von weiter weg anreisen, lohnt es sich: Ein Tageseintritt in den toll dekorierten Erlebnispark und abends die „Altweibernächte“ versprechen um die 12 Stunden Spaß und wohle Schauer. Vielleicht sogar mit einer Übernachtung im Naturresort und einem Besuch im Wildparadies am nächsten Tag? Für mich steht fest: Ich komm wieder.

