Bereits auf der IAAPA Expo Europe in Amsterdam 2024 enthüllte der Hersteller Mack Rides zusammen mit dem Freizeitpark Plohn eine Weltneuheit: das weiterentwickelte Konzept der Mack-Wasserachterbahn mit – und das war bahnbrechend – mehreren Katapultbeschleunigungen durch das Wasser. Jetzt wird diese Weltneuheit Realität. Im Rahmen seines 30-jährigen Jubiläums feiert der Freizeitpark Plohn mit „Dønnervind“ eine Weltpremiere, die mit einem Investitionsvolumen von 11,5 Millionen Euro den bisher größten Investitionsschritt des Parks markiert.
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Nicht mehr nur Splash, sondern auch Schub

Wenn das Wasser beim Hineinklatschen mit dem Boot plötzlich nicht mehr nur bremst, sondern man teils im Wasser spritzig beschleunigt und rasant in einen kurvigen Achterbahnparcours entlassen wird, entsteht ein Moment, der aufhorchen lässt. Genau genommen entsteht ein Moment, der das klassische Konzept einer Wasserachterbahn um ein Element erweitert, das es so in dieser Form noch nicht gegeben hat – und von dem nicht mal klar war, dass das technisch funktioniert. Es ist eine bemerkenswerte Innovation, an die sich der Freizeitpark Plohn zusammen mit Mack Rides wagt.
Die Idee, ein Boot im Wasser zu beschleunigen, ist seit „Catapult Falls“ in der SeaWorld San Antonio (2024) zwar nicht komplett neu – ihres Zeichens war diese Attraktion die erste Wasserbahn der Welt mit einem Launch. Doch erstens bleibt „Catapult Falls“ im Kern eine typische Wasserfahrt mit überwiegend gemächlichem Fahrcharakter. Und zweitens lassen sich im technologischen Ansatz immense Unterschiede erkennen. „Catapult Falls“ nutzt eine vergleichsweise simple, leicht unter Wasser liegende Förderband-Technologie. „Dønnervind“ im Freizeitpark Plohn wird dagegen mit Linear-Induktions-Motoren ausgestattet sein, deren Beschleunigungsprinzip auch bei anderen ‚richtigen‘ Achterbahnen genutzt wird.
Kompakte Spezifikationen, doch immense Perspektiven

Zwei Beschleunigungen, zwei Splash-Momente, Kurven und Abfahrten, Special-Elemente: „Dønnervind“ wird 535 Meter lang und bis zu 10 Meter hoch sein und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 53 Stundenkilometern erreichen. Kompakte Spezifikationen also, doch ein ideales Spannungsfeld, als dass die Anlage hervorragend für das breite Familienpublikum des Freizeitparks geeignet ist und zugleich ein interessant-aufregendes Achterbahnerlebnis bietet. Und so kompakt die Spezifikationen wirken: Von der genutzten Fläche her wird „Dønnervind“ alles andere als kompakt sein. Die Anlage erstreckt sich über den kompletten See des Freizeitpark Plohn und dessen Uferzone.
Neben den zwei Beschleunigungsstrecken soll „Dønnervind“ über eine „High-Five-Zone“ verfügen, bei der zwei nebeneinandergelegene Hügel so einander seitlich zugeneigt sind, dass es scheint, als könnten sich die Fahrgäste in zwei passierenden Booten gegenseitig abklatschen. Unter dem Hügel liegt in Fels verkleidet das Trafo-Gebäude für die Spannungstechnik der Abschüsse und anscheinend auch ein Teil des Wartebereichs. Bevor es auf den ersten Abschuss geht, erleben Fahrgäste ferner eine Show-Sequenz und auch ein Twisted Airtime-Hill, Curved Airtime-Hop und eine Dive-Curve sind in die generell eng kurvig-hügelig gehaltenen Achterbahnparts eingearbeitet.
Weltneuheit mit nordischer Identität

Zwischen dem großen See, alten Bäumen und natürlichen Uferlinien entsteht ein Setting, das wie geschaffen wirkt für eine Attraktion mit nautischer Ästhetik. Der Park betont, dass man die neue Anlage harmonisch in die bestehende Landschaft einbetten möchte, ohne den naturbetonten Charme zu verlieren, der Plohn seit Jahren prägt. Doch nicht nur nautisch wird’s hier, sondern auch nordisch: Das am Heiligabend 2025 auf Instagram präsentierte Logo der Weltneuheit sowie der Name lassen vermuten, dass der Freizeitpark Plohn zusätzlich zum natürlichen Charme eine von der nordischen Mythologie inspirierte Geschichte erzählen wird.
Das Logo zeigt den mächtig wirkenden Schriftzug „Dønnervind“ vor einem hölzernen Rundschild. Ebenso zu sehen sind Thors ins Holz eingeschlagener Hammer, blaue Elektrizitäts- und Lichtimpulse sowie ein runenartiges Schriftzeichen, das an einen symmetrisch gespiegelten Blitz erinnert. Auch das an Drachenboote beziehungsweise Wikingerschiffe angelehnte, hölzerne Design der Wagen, das schon am Nikolaustag enthüllt wurde, geht klar in diese nordische Richtung.

So liegt nahe, dass sich die Story des ersten Launched Water-Coasters um grollende Energieentladungen, entfesselte Naturgewalten, spritzende Gischt und dynamischen Vorwärtsschub drehen könnte – doch in einer Weise gezähmt, geschützt und kontrolliert. Welche Geschichte genau erzählt werden wird, ist noch nicht bekannt.
Ein Jubiläum mit Wucht – und dritte erfolgreiche Zusammenarbeit mit Mack

Die Arbeiten an der Neuheit schreiten in großen Schritten voran. Die Montage der wuchtigen, strahlend blauen Dreigurt-Schienen mit darüber hinaus seitlichen Führungsschienen übernimmt der Freizeitpark Plohn selbst. Gleichzeitig laufen aufwendige Betonguss- und Gebäude-Arbeiten sowie Arbeiten an ersten gestalterischen Elementen wie einer seeumrundenden Steinmauer. Akzentuiert lässt sich der Park laut Roller Coaster Data Base von Universal Rocks unterstützen.
In jedem Fall bündelt „Dønnervind“ eine Menge Innovationskraft in sich und markiert eine dritte Coaster-Zusammenarbeit mit dem Hersteller Mack Rides. Mit dem Powered-Coaster „Miniwah“ (2015) und dem Big-Dipper „Dynamite“ (2019) waren bereits hervorragende Achterbahnen entstanden, die zur florierenden Entwicklung des Freizeitparks Plohn beigetragen haben und die Messlatte für „Dønnervind“ hochlegen.
Ein offizielles Eröffnungsdatum ist noch nicht bekannt – wohl aber strebt Plohn eine Eröffnung zum Saisonstart 2026 an, pünktlich zum feierlichen Beginn der Jubiläumssaison. Wir dürfen gespannt sein.

