Detailansicht der Thematisierung im Artwork zur neuen Efteling-Achterbahn Missie Luminar 2029
Quelle: Efteling

Niederlande: Efteling baut 2029 neuen Suspended Launch Coaster Missie Luminar

Licht gilt als unerreichbare Grenze. Im niederländischen Freizeitpark Efteling soll genau diese Grenze künftig durchbrochen werden. Mit „Missie Luminar“ hat der Park seine nächste Großneuheit bekanntgegeben, die 2029 direkt im Eingangsbereich eröffnen soll. Dabei handelt es sich um eine neue Achterbahn, einen Suspended Launch Coaster. Sehr viel ist über die Neuheit offiziell noch nicht bekannt, doch hinter den Kulissen verdichten sich schon jetzt die Hinweise, dass sich hinter „Missie Luminar“ einer der neuentwickelten Thrill Glider des Herstellers Vekoma verbergen könnte.

Nächster großer Wurf von Efteling

Großansicht der Thematisierung im Artwork zur neuen Efteling-Achterbahn Missie Luminar 2029
Quelle: Efteling

Schon seit Jahrzehnten steht Efteling für aufwendig gestaltete Bereiche, detailverliebt erzählte Geschichten sowie atmosphärische Attraktionen auf höchstem qualitativen Niveau. Und spätestens seit dem Darkride „Symbolica“ (2017) weiß man: Wenn Efteling eine Großneuheit plant, neigt der Park dazu, sich selbst zu übertreffen und neue Maßstäbe zu setzen. Als zweites Beispiel für diese These sei der Show-Ride „Danse Macabre“ (2024) erwähnt.

Vor all diesem Hintergrund erregt es entsprechende Aufmerksamkeit, wenn Efteling den Plan zu einer neuen Achterbahn ins Gespräch bringt und im gleichen Atemzug von der größten Einzelinvestition der Parkgeschichte spricht. Schon für „Symbolica“ und „Danse Macabre“ hatte man jeweils rund 35 Millionen Euro investiert. Das Projekt „Missie Luminar“ ist jetzt mit 50 Millionen Euro (!) Investitionsvolumen veranschlagt.

Bei der Achterbahn wird es sich, so viel verrät Efteling, um einen Suspended Launch Coaster handeln. Somit wird „Missie Luminar“ offiziell die erste Achterbahn in Efteling sein, bei der die Züge unter der Schiene hängend fahren, und die erste, die einen Katapultantrieb hat. Nach Angaben von Efteling soll die Bahn bis zu 80 Stundenkilometer erreichen und ein Fahrerlebnis von etwas mehr als zwei Minuten bieten.

Der Efteling-Generaldirektor Fons Jurgens spricht selbst von einer „fantastischen Ergänzung des Thrill-Angebots“, wenngleich „Thrill“ mit Blick auf die Philosophie des Parks wohl kaum „extrem“ heißen dürfte. Efteling verzichtet traditionell auf reine Rekordjagden und superspektakuläre Bahnen und setzt stattdessen auf stets familiengeeignete Erlebnisse, die auch mal spürbar rasanter sind.

Zwischen Forschung und Fantasie

Detailansicht der Thematisierung im Artwork zur neuen Efteling-Achterbahn Missie Luminar 2029
Quelle: Efteling

Neben ersten Details zur Achterbahn hat Efteling auch schon erste Details rund um die Story und das Setting der Neuheit verraten. So wird es bei „Missie Luminar“, übersetzt in etwa „Mission Licht“, wohl um eine märchenhaft-fantasievolle Forschungsmission gehen. Die Besucher, liebevoll ‚Missionauten‘ genannt, starten ihre Reise in einem wissenschaftlichen Institut und brechen von dort zu einer Expedition ins Unbekannte auf. Das Ziel während dieser Expedition ist es, die Lichtbarriere zu durchbrechen.

Eingebettet ist die Geschichte offenbar in ein historisch-romantisiertes Setting, das im Zeichen früher wissenschaftlicher Experimente und Entdeckungsreisen des 19. Jahrhunderts steht. Die in den Renderings zu erkennenden Kulissen erinnern an jene Epoche, in der technischer Fortschritt und ungebändigter Forschergeist die Fantasie der Menschen beflügelten. Große Rundbogenfenster, reich verzierte Giebel, schöne Natursteinfassaden und filigrane Trägerelemente aus Stahl; eine Mischung aus prachtvollem Barock, Renaissance und eleganter Industriearchitektur.

Ein besonders spannendes Detail sind die angedeuteten Stützen der Achterbahn, die wie schmal verstrebte Fachwerkträger erscheinen. Ob sich diese Konstruktion statisch tatsächlich realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Sollte es aber gelingen, dürfte die Achterbahn regelrecht mit allem drumherum verschmelzen und zu einem außergewöhnlich harmonischen Gesamtbild beitragen.

Ist die Achterbahn einer der neuentwickelten Thrill Glider?

Mechanische Skizze des Thrill Glider Konzepts von Vekoma
Quelle: Vekoma (via looopings.nl)

Den Hersteller und Typ der Achterbahn hält Efteling bislang noch unter Verschluss. Hinter den Kulissen verdichten sich jedoch die Hinweise, dass es sich bei „Missie Luminar“ um einen der neuentwickelten Thrill Glider von Vekoma handeln könnte. Der Achterbahntyp erinnert stark an die Motorbike-Achterbahnen des Herstellers, bei denen man die Fahrt wie auf einem Motorrad sitzend stark nach vorn gebeugt erlebt, nur erstens weiterentwickelt und zweitens unterhalb der Schiene fahrend. Am Rücken wird man durch ein hoch- oder runterklappendes Polster gesichert.

Detailansicht eines Zuges auf dem Artwork zur neuen Achterbahn Missie Luminar in Efteling 2019
Quelle: Efteling

Nach Berichten der Seite Looopings.nl soll Efteling mit Vekoma konkret über den Thrill Glider gesprochen haben. Zudem würde die Ankündigung und würden die Beschreibungen der Neuheit zum aktuellen Roll-out des Produkts bei Vekoma passen. Auch der im Rendering dargestellte Zug deutet stark auf das Thrill-Glider-Konzept hin. Jedenfalls sind Menschen an Bord, aber ohne nach unten hängende Beine, sondern in einer Art kniend-hockenden Position.

Sollte sich das Gerücht bestätigen, würde Efteling allerdings nicht mit dem Prototypen dieser Kategorie aufwarten. Vekoma soll bereits zwei Anlagen verkauft haben: eine an Six Flags Magic Mountain in Kalifornien und eine an den französischen Freizeitpark Futuroscope, der seine Bahn für die Saison 2028 angekündigt hat. Efteling hätte dafür womöglich die Chance, das neue Fahrsystem erstmals mit jener außergewöhnlich detailreichen Thematisierung und erzählerischen Tiefe zu verbinden, für die der Park europa- und weltweit bekannt ist.

Prominente Lage direkt am Haupteingang

Entstehen wird „Missie Luminar“ unmittelbar am Haupteingang und damit an einer der prominentesten Stellen des gesamten Parks. Der Bau ist, und das geht auch aus den Renderings hervor, neben und hinter dem Efteling-Theater vorgesehen. Aktuell findet sich dort das LEM-Gelände, das früher für eine Mülldeponie genutzt wurde. Somit dürfte zunächst eine aufwendige Flächensanierung erforderlich sein, bevor die eigentlichen Bauarbeiten für die Neuheit beginnen können. Das könnte auch einer der Gründe sein, warum bis zur Eröffnung der Achterbahn noch drei Jahre vergehen werden.

Wenn es so weit ist, ergänzt „Missie Luminar“ jedenfalls den Themenbereich „Insel der fünf Sinne“, der sich derzeit aus dem Eingangsportal („Haus der fünf Sinne“), dem Efteling Grand Hotel, dem Efteling-Theater und dem See mit der Wassershow „Aquanura“ zusammensetzt und somit dann auch eine große Fahrattraktion erhält. Schon beim Betreten des Parks sollen Besucher die Züge an sich vorbei und rechts durch den Bereich sausen sehen.

Efteling weiß zu faszinieren

Noch bleiben rund um „Missie Luminar“ viele Fragen offen – vom tatsächlichen Hersteller und Achterbahntyp über den finalen Streckenverlauf bis hin gestalterischen Kleindetails. Schon jetzt zeichnet sich mit dem enormen Investitionsvolumen, den Renderings, dem zu erwartenden Innovationswert für Efteling selbst, dem Anspruch von Efteling an seine Attraktionen sowie mit den Hinweisen um den Thrill Glider aber eine Achterbahnneuheit ab, die zu den spannendsten Projekten in Europa in diesem Jahrzehnt zählt. Man darf gespannt sein, welche Details Efteling als nächstes enthüllt.

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Eike der Achterbahnreporter im Hansapark mit Kamera

Moin, ich bin Eike, der Achterbahnreporter. Seit über 3 Jahren reise ich quer durch Deutschland und Europa, um die besten Freizeitparks und ihre Achterbahnen und Attraktionen zu entdecken. Ich entdecke und berichte – du liest und entdeckst.
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